Schnupfen als Hauptmerkmal einer Erkältung

Der Schnupfen (Rhinitis) gehört als eines der Hauptmerkmale meist zu einer Erkältung dazu. Viren (häufig Rhinoviren) lösen den erkältungsbedingten Schnupfen aus, sie werden über Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen. Oft genügt schon ein Händeschütteln mit einer erkrankten Person, und schon hat man sich eine Erkältung samt Schnupfen eingefangen.

Wie entsteht ein Schnupfen überhaupt?

Durchschnittlich erkranken Erwachsene jedes Jahr dreimal an Schnupfen, Kinder leiden noch häufiger unter einer laufenden oder verstopften Nase1. Kein Wunder, angesichts der Vielzahl an Viren, die einen Schnupfen auslösen können: Über 200 an der Zahl sind es2. Dazu gehören beispielsweise die sogenannten Rhinoviren, abgeleitet vom griechischen Wort für Nase. Doch wie gelangen die Viren überhaupt in unseren Körper? Gängige Übertragungswege sind die

  • Tröpfcheninfektion (feuchte Infektion), zum Beispiel durch Niesen oder Husten sowie
  • die mechanische Übertragung von Krankheitserregern (trockene Infektion), zum Beispiel beim Händeschütteln.
Das Risiko einer Ansteckung wird durch Faktoren wie Unterkühlung oder Zugluft begünstigt, die das Immunsystem schwächen.

Das gibt es auch – den allergischen Schnupfen

Leiden Sie an einem saisonbedingten Schnupfen, zum Beispiel zur Pollenzeit, oder tritt der Schnupfen gar ständig auf? Möglicherweise sollten Sie dann einen allergischen Schnupfen (allergische Rhinitis) in Betracht ziehen. Übeltäter für eine ständig laufende oder verstopfte Nase können beispielsweise Hausstaubmilben, Schimmelpilzsporen, Luftpartikel (Feinstaub, Tabakrauch) oder Tierhaare sein. Die Entzündungsreaktion wird also im Falle eines allergischen Schnupfens nicht durch Viren oder Bakterien hervorgerufen, sondern durch eine Überreaktion des Immunsystems auf bestimmte Stoffe.

Es gibt viele Behandlungsmöglichkeiten, unter anderem:

  • Allergene (Substanzen, die eine allergische Reaktion auslösen können) vermeiden – soweit es im Alltag möglich ist
  • orale Antihistaminika (Wirkstoffe gegen allergische Reaktionen)
  • Immuntherapie (Hyposensibilisierung)
  • Nasensprays oder Augentropfen mit gefäßverengenden Substanzen (nicht länger als sieben Tage am Stück anwenden)
Auch Naturheilverfahren wie Akupunktur können bei einem allergischen Schnupfen dabei unterstützen, die Symptome zu lindern.

Die Symptome bei einem Schnupfen

Die Symptome bei einem Schnupfen sind sicher jedem wohl vertraut:

  • juckende Nase
  • anschwellende Nasenschleimhäute
  • Niesreiz, heftige Niesattacken
  • Abgeschlagenheit
  • eingeschränkter Geschmacks- und Geruchssinn
  • Hautreizungen am Naseneingang und an der Oberlippe (durch häufiges Naseputzen)
  • je nach Krankheitsstadium Fließschnupfen (vermehrter Sekretfluss aus der Nase, „laufende“ Nase)
  • Atembeschwerden durch angeschwollene Schleimhäute und Sekretstau (verstopfte Nase)
Das Nasensekret verändert sich im Laufe der Infektion: Anfangs ist es wässrig und klar, während der nächsten drei Tage wird es zunehmend zäher und schleimig-eitrig. Besonders unangenehm ist es, wenn durch die verstopfte Nase die Nachtruhe gestört ist und der Erkrankte mehr oder minder dazu gezwungen wird, durch den Mund zu atmen, um Luft zu bekommen. Ständiges Atmen durch den Mund kann wiederum Halsbeschwerden begünstigen. Auch eine akute Kieferhöhlenentzündung kann Folge eines Schnupfens sein.

Wie lange dauert ein Schnupfen an?

Ein Sprichwort zur Schnupfen-Dauer bei einer Erkältung besagt: „Drei Tage kommt er, drei Tage bleibt er, drei Tage geht er.“ Der Verlauf eines erkältungsbedingten Schnupfens lässt sich in drei Stadien unterteilen:

  • Initialstadium: Abgeschlagenheit, Frösteln, trockene Schleimhäute.
  • katarrhalisches Stadium: Nasenatmung und Riechvermögen sind eingeschränkt, gerötete und geschwollene Nasenschleimhaut, wässriges Sekret.
  • schleimig-eitriges Stadium: Sekret wird zähflüssiger (nach drei bis vier Tagen), Allgemeinzustand verbessert sich langsam, aber stetig.
Normalerweise klingen die Beschwerden nach etwa sieben Tagen ab3. Außer, wenn sich zum Schnupfen eine bakterielle Superinfektion einstellt, eine zusätzliche Infektion durch Bakterien. Dann kommt es zu einer gelb-grünlichen Schleimabsonderung sowie zu fortbestehenden Beschwerden für weitere sieben Tage4.

Schnupfen-Dauer verkürzen: Nasenspray und Nasentropfen helfen

Ein Schnupfen im Rahmen einer banalen Erkältung ist kein Grund, einen Arzt aufzusuchen. Der Schnupfen heilt von alleine gut aus.

Zur Unterstützung können folgende Maßnahmen angewendet werden:

  • abschwellende Nasentropfen oder Nasensprays: Allerdings sollte man vor allem bei Nasensprays darauf achten, sie nicht so häufig und nicht länger als sieben Tage am Stück zu verwenden, da sich sonst eine Abhängigkeit daraus entwickeln kann (Gewöhnungseffekt).
  • Inhalationen und viel trinken: Beides hilft, den Verlauf des Schnupfens zu beschleunigen sowie beim Abschwellen der Nasenschleimhaut.
  • richtiges Schnäuzen: Einseitiges Schnauben ist am besten, um eine Nasennebenhöhlenentzündung zu vermeiden.
Hausmittel gegen Schnupfen, wie regelmäßige Nasenspülungen mit einer Nasendusche (Kochsalzlösung) können ebenfalls helfen, das Erkrankungsrisiko gering zu halten beziehungsweise den Schnupfen wirksam zu bekämpfen. Sie möchten erst gar nicht zu solchen Maßnahmen greifen müssen? Dann tragen Sie aktiv dazu bei, Schnupfen vorzubeugen. Das A und O: Die Stärkung des Immunsystems. Das gelingt beispielsweise mit Saunabesuchen, viel Bewegung an der frischen Luft sowie einer gesunden, ausgewogenen Ernährung.

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1AOK Rheinland/Hamburg – Die Gesundheitskasse / vigo online, Abgerufen unter: https://www.vigo.de/de/behandeln/krankheiten/infektionskrankheiten/grippe_erkaeltung/so_entsteht_schnupfen.html (Stand: 28.08.2017)

2HNO-Ärzte im Netz, Abgerufen unter: http://www.hno-aerzte-im-netz.de/krankheiten/schnupfen/was-ist-schnupfen.html (Stand: 28.08.2017)

3HNO-Ärzte im Netz, Abgerufen unter: http://www.hno-aerzte-im-netz.de/krankheiten/schnupfen/anzeichen-und-verlauf.html (Stand: 28.08.2017)

4Behrbohm, Hans; Kaschke, Oliver; Nawka, Tadeus: Kurzlehrbuch Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Stuttgart [u.a.] 2012, S. 88.