Reizhusten: Ursachen, Symptome und Mittel

Der Husten bei einer Erkältung kann unterschiedliche Formen annehmen. Stellt sich im Lauf der Erkrankung Husten ein, handelt es sich zunächst um einen trockenen Reizhusten. In der Phase ist der Hustenreiz besonders quälend und nicht produktiv, das heißt, es wird kein Schleim abgehustet. Doch nicht nur Erkältungen verursachen Reizhusten. Wie Reizhusten entsteht und was Sie tun können, lesen Sie jetzt.

Übersicht

Was ist Reizhusten und wieso ist er nachts besonders lästig?

Husten ist nicht gleich Husten: Es gibt unterschiedliche Arten. Einer der Unangenehmsten ist Reizhusten. Dieser zeichnet sich ganz allgemein dadurch aus, dass er ohne Auswurf – also ohne Schleim – vonstattengeht, womit er Ähnlichkeiten zum trockenen Husten aufweist. Beide zählen auch zum sogenannten unproduktiven Husten.

Warum Reizhusten nachts ein Problem ist

Ausreichend Schlaf in der Nacht ist die Voraussetzung von dauerhafter Gesundheit. Sieben Stunden sollten es pro Tag mindestens sein. Gerade deswegen ist Reizhusten nachts ein besonderes Problem. Denn er schmerzt oft nicht nur im Brustbereich. Er hält zudem vom Schlafen ab und schwächt damit den ohnehin lädierten Körper noch zusätzlich. Doch diesem Problem kann man mit den richtigen Mitteln gegen Reizhusten begegnen.
Reizhusten dauert meist nicht sehr lange. Er geht dann relativ schnell in den produktiven Husten über. Sollte er aber länger anhalten, ist ein Arztbesuch angezeigt. Trockener Reizhusten kann auch in einigen Fällen in einen festsitzenden Husten übergehen. In dieser Phase kommt es zur vermehrten Schleimproduktion in den Atemwegen. Dieser Schleim ist jedoch sehr zäh und sitzt fest an den Bronchien, weshalb der Reizhusten den Schleim nicht nach oben befördern kann. Dieser Husten ist ebenfalls unproduktiv, bleibt aber als Hustenreiz bestehen, da der Körper den Schleim in der Lunge loswerden möchte.

Welche Ursachen hat Reizhusten und ab wann wird er chronisch?

Analog zu den verschiedenen Arten von Husten gibt es bei Reizhusten nicht nur eine Ursache. Häufig entsteht Reizhusten durch eine virusverursachte Infektion der Atemwege – die klassische Erkältung also. In dieser stellt Reizhusten die letzte Phase der Erkrankung dar. Dem zuvor steht zumeist ein trockener Husten und ein Husten mit Auswurf.

Chronischer Reizhusten kann darüber hinaus Ausdruck einer Allergie, von Asthma oder von Reflux sein. Chronischer Reizhusten tritt in seltenen Fällen auch als Begleiterscheinung schwerwiegender Erkrankungen, wie einer Entzündung des Kehlkopfes oder der Luftröhre, einer Tuberkulose, einer Herzschwäche oder eines Lungentumors auf. Letztere kommen aber im Alltag nur sehr selten – heißt in Einzelfällen – vor. Doch wann ist Reizhusten überhaupt chronisch?

Gut zu wissen: Von einem chronischen Reizhusten ist auszugehen, wenn der Reizhusten mindestens acht Wochen lang bestehen bleibt. Namensgebend für den chronischen Reizhusten ist somit vor allem die Dauer der Erkrankung.
Ein chronischer Reizhusten kann noch weitere Ursachen haben, beispielsweise:

  • Langfristige Konsequenz aus einer unzureichend behandelten Bronchitis, Entzündung der Nasennebenhöhlen oder einer viral bedingten Infektion der Atemwege.
  • Der langjährige Konsum von zu viel Nikotin – also der sogenannte Raucherhusten.
  • Eine allergische Reaktion auf Medikamente, die seit längerer Zeit eingenommen werden.
Gründe für einen chronischen Reizhusten gibt es also viele. Ein Besuch beim Arzt verschafft Klarheit über die Ursache des Reizhustens und leitet die geeignete Form der Therapie ein.

Welche Mittel helfen gegen Reizhusten?

Betroffene müssen den brennenden und unangenehmen Hustenreiz bei Reizhusten nicht hinnehmen. Gegen Reizhusten gibt es eine Vielzahl an Mitteln, zum Beispiel:

  • Hausmittel gegen Reizhusten
  • Medikamente gegen Reizhusten.
Beide Varianten haben das Ziel, den Reizhusten vor allem nachts zu stillen, damit der Schlaf nicht ständig unterbrochen wird und sich der Körper des Patienten richtig erholen kann. Wenn Reizhusten – zum Beispiel mehrere Wochen nach einer Erkältung – länger bestehen bleibt, sollten in diesem Stadium der Erkrankung das Lösen des Schleims im Vordergrund stehen.

Hausmittel gegen Reizhusten

Schon Oma wusste, was gegen lästigen Husten helfen kann. Grundsätzlich sollten Sie bei Reizhusten – wie übrigens bei jeder anderen Hustenart ebenfalls – auf eine adäquate Zufuhr an Flüssigkeit achten. Warme Tees und nicht zu intensiv gewürzte Suppen eignen sich hervorragend als Hausmittel gegen Reizhusten, um wieder zu Kräften zu kommen. Weitere Tipps sind:

  • Das Ansetzen von Zwiebelsaft: Schneiden Sie eine Zwiebel klein und geben Sie etwas Honig darüber. Lassen Sie die Zwiebel mindestens eine Stunde ziehen und nehmen Sie mehrmals täglich etwas von dem entstanden Saft ein.
  • Das Inhalieren mit Wasserdampf und Heilkräutern wie Thymian.
  • Das Anbringen von Kartoffel- oder Quarkwickeln um den Hals.
Ein bisschen Geduld gehört bei der Anwendung von Hausmitteln dazu, vor allem, wenn der Reizhusten bereits chronisch ist. In diesem Fall sollten Sie sicherheitshalber einen Arzt aufsuchen und die genannten Hausmittel mit einer mit einem Arzt abgesprochenen medikamentösen Therapie verbinden. Hier finden Sie weitere Hausmittel bei Husten im Allgemeinen.

Weitere Medikamente gegen Reizhusten

Was hilft noch bei Reizhusten? Falls die bewährten Hausmittel gegen Reizhusten doch einmal nicht helfen sollen, stehen verschiedene Medikamente gegen Reizhusten zur Verfügung. Die meisten davon erreichen ihr Ziel, den Reizhusten zu stillen, durch eine Unterbrechung der Reizweiterleitung.

Einige Arzneien, zum Beispiel diejenigen mit dem Wirkstoff Codein oder Pentoxyverin, muss der Arzt verschreiben. Andere wiederum sind pflanzlicher Natur, wie Produkte auf Basis der Pflanzen Malve oder Spitzwegerich. Diese erhalten Sie rezeptfrei in Ihrer Apotheke. Im Zweifel am besten beim Arzt nachfragen, welche Form der medikamentösen Behandlung eines Reizhustens für die eigene Genesung die beste ist.

Das sollten Sie bei der Therapie beachten:

Reizhusten, oder Husten allgemein, ist ein Mechanismus des Körpers, Fremdkörper aus der Luftröhre und Lunge zu befördern. Da Husten ein Schutzreflex des Körpers ist, sollte er in der Regel nicht unterdrückt werden. Seien Sie deshalb bei der medikamentösen Therapie zurückhaltend und setzen diese nur ein, wo sie unbedingt nötig ist.

Was noch helfen kann – Tipps chronischer Reizhusten

Der genaue Therapieplan in der Behandlung eines chronischen Reizhustens hängt natürlich davon ab, aus welchen Gründen der chronische Reizhusten entstanden ist. Dabei ist es jeweils das erklärte Ziel, die tatsächliche Ursache des chronischen Reizhustens zu beseitigen. Infrage kommen beispielsweise:

  • Der Verzicht auf das Rauchen bei einem Raucherhusten.
  • Der Wechsel auf ein anderes Medikament, wenn der Husten durch eine allergische Reaktion ausgelöst wurde.
  • Die Behandlung der zugrundeliegenden Erkrankung, beispielsweise durch ein Asthma-Spray oder eine Ernährungsumstellung bei Reflux.
Sind Sie sich unsicher, welche Ursache Ihrem Reizhusten zugrunde liegt, konsultieren Sie besser einen Arzt.