Husten – welche Hustenarten gibt es?

Bellend, quälend, trocken: Anhaltender Husten ist oft schmerzhaft. In den meisten Fällen tritt Husten zusammen mit einer Erkältung auf, jedoch gibt es auch viele Ursachen, die einen Husten ohne Erkältung erklären. Wir haben Ihnen die wichtigsten Informationen zusammengestellt.

Husten: Nützliche Körperfunktion mit schmerzhaftem Ausmaß

Im Prinzip ist Husten ein Reflex, der den Körper schützen soll. Denn Husten wird dann ausgelöst, wenn die Atemwege gereizt werden, beispielsweise durch einen Fremdkörper oder Krankheisterreger. Der Körper versucht, durch die Ausatmung mit hohem Druck und hoher Geschwindigkeit, den Reizstoff auszustoßen.

Auch für den Abtransport von Schleim aus den Atemwegen ist Husten zuständig. Dieser wird von der Schleimhaut in der Lunge und Luftröhre erzeugt und dient ebenfalls dem Einfangen und Abtransportieren von schädlichen Fremdkörpern wie Staubteilchen. Der Schleim wird über feine Härchen in den Atemwegen nach oben transportiert, um über den Rachen hinuntergeschluckt zu werden. Husten unterstützt den Prozess.

Wussten Sie schon?

Husten ist eine wahre Naturgewalt: Forscher gehen davon aus, dass Husten eine Geschwindigkeit von mehr als 100 Stundenkilometern erreichen kann – schnell wie ein Hurrikan. Kein Wunder, dass Husten schmerzhaft ist und zu Begleiterscheinungen wie Kopfschmerzen führen kann. Bei Menschen mit Osteoporose soll ein Hustenanfall sogar schon zu gebrochenen Rippen geführt haben.

Die unterschiedlichen Arten von Husten

Bei Husten handelt es sich nicht um eine eigenständige Krankheit, sondern um ein Symptom einer Erkrankung. Je nachdem, welche Art von Husten vorliegt, spricht das für eine bestimmte Ursache. Mediziner unterscheiden folgende Erscheinungsformen von Husten:

  • Husten mit Auswurf (produktiver Husten): Betroffene husten ein zähflüssiges Sekret ab, die häufigsten Ursachen sind eine Erkältung, Bronchitis oder Lungenentzündung.
  • Husten ohne Auswurf (unproduktiver Husten): Dieser Reizhusten ist trocken und wird durch Reizungen der Atemwege ausgelöst, beispielsweise eingeatmete Fremdkörper oder Schadstoffe. Zudem können Entzündungen der Luftröhre oder des Kehlkopfs sowie eine Bronchitis zu Reizhusten führen.
  • chronischer Husten: Der Husten hält länger als vier Wochen an. Eine ärztliche Abklärung ist erforderlich, denn es können Erkrankungen wie Asthma bronchiale, COPD oder eine Lungenentzündung hinter dem Husten stecken.
  • akuter Husten: Der Husten tritt meist im Rahmen einer Erkältung auf und hält maximal drei bis vier Wochen an
  • Bluthusten: Wird Husten von blutigem Auswurf begleitet, ist das für die Betroffenen beängstigend. Als Ursache kommen eine schwere Bronchitis, aber auch Lungenkrebs oder Tuberkulose infrage.
Des Weiteren lässt sich Husten auch nach Hustengeräuschen und nach dem Hustentakt unterscheiden. Ist der Husten beispielsweise durch schnell aufeinanderfolgende Hustenstöße gekennzeichnet, ist dies ein Anzeichen für den Keuchhusten.

Husten bei einer Erkältung

In den meisten Fällen ist Husten ein Begleitsymptom einer Erkältung (grippaler Infekt). Neben Husten kommt es zusätzlich zu Schnupfen, Kopf- und Gliederschmerzen oder Halsschmerzen. Bei einer Erkältungskrankheit haben Viren die Schleimhäute der Atemwege befallen. Sind zunächst die oberen Atemwege befallen, kann sich die Entzündungsreaktion bis in die Lunge und ihre feinen Verästelungen, die Bronchien, ausbreiten. Um die Erreger abzuwehren, produzieren die Schleimhäute vermehrt zähflüssiges Sekret. Durch Husten versucht der Körper dann, Schleim und Viren aus dem Körper zu befördern. Greift die Entzündung auf die Schleimhäute der Bronchien über, entwickelt sich eine Bronchitis. Diese ist durch heftige Hustenattacken gekennzeichnet.

Ein zunächst produktiver Husten bei einer Erkältung kann in einen trockenen Reizhusten übergehen. Nicht selten hält der Husten noch einige Wochen nach der Erkältung an, wenn schon längst alle anderen Erkältungssymptome abgeklungen sind.

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Husten ohne Erkältung

Nicht immer ist ein Atemwegsinfekt die Ursache für Husten. Wenn ein Husten ohne Erkältung auftritt, kommen verschiedene Auslöser infrage – von chronischen Lungenerkrankungen bis hin zu Herzschwäche. Das sind die häufigsten Gründe für einen Husten ohne Erkältung:

  • Allergie: Vor allem allergische Reaktionen auf Gräser- und Blütenpollen (Heuschnupfen), Tierhaare, Schimmelpilze oder Hausstaubmilben können zu Husten führen. Daneben sind gerötete Augen und ein allergischer Schnupfen typisch.
  • Asthma bronchiale: Bei Asthma sind die Atemwege chronisch entzündet, sodass sie hochempfindlich auf Umweltreize reagieren. Kennzeichnend für Asthma sind pfeifende Atemgeräusche, Engegefühle in der Brust, Husten und Atemnot. Die Beschwerden treten vorrangig nachts und morgens auf.
  • Reflux: Als Reflux wird der Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre bezeichnet – ein Aufsteigen bis in den Rachen ist möglich. Vor allem im Liegen kann der saure und ätzende Mageninhalt zurückfließen und wird unbemerkt von den Betroffenen in feinen Tröpfchen eingeatmet. Daher sind bei Husten durch Reflux die Beschwerden vor allem nachts und am Morgen ausgeprägt; häufig begleitet von Schmerzen hinter dem Brustbein, Halsschmerzen und Mundgeruch.
  • Nebenwirkungen von Medikamenten: Vor allem bei der regemäßigen Einnahme von ACE-Hemmern ist Husten als Nebenwirkung bekannt. ACE-Hemmer werden bei Bluthochdruck, Herzinsuffizienz und zur Vorbeugung von Herzinfarkt und Schlaganfall eingesetzt. Weitere mögliche Hustenauslöser sind Zytostatika oder Betablocker.
  • Herzschwäche (Herzinsuffizienz): Ist das Herz geschwächt, kann es sein, dass sich Wasseransammlungen in der Lunge bilden. Diese werden durch Husten abtransportiert, der dann vor allem im Liegen auftritt.

Eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung kann ebenfalls Husten auslösen: In diesem Fall rinnt Schleim den Rachen hinab und reizt die Luftröhre. Daneben können auch eingeatmete Fremdkörper zu Husten führen – dies kommt vor allem bei Kindern vor. Nicht zuletzt ist auch Rauchen als Hustenauslöser bekannt.



Bei hartnäckigem Husten zum Arzt

Vor allem wenn Ihr Husten über längere Zeit anhält, Sie verfärbten Schleim oder gar Blut abhusten, sollten Sie einen Arzt zur Abklärung aufsuchen!