Helfen keine Hausmittel gegen Erkältung mehr, führt der Weg des Erkrankten dann häufig zur Apotheke. Immer noch gehen viele mit einer banalen Erkältung nicht gleich zum Arzt, sondern versuchen zunächst mit nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten die Infektion zu behandeln. Ein Mittel, das dabei häufiger zur Sprache kommt, ist Echinacea.
Echinacea – ein Wundermittel?
Echinacea wird im Deutschen auch als Sonnenhut bezeichnet und gehört, botanisch gesehen, zur Familie der Korbblütler. Weitere Bezeichnungen sind Scheinsonnenhüte oder Igelköpfe, die im Sprachgebrauch aber weniger häufig vorkommen.
Alle Arten der Echinacea-Pflanze kommen nur im zentralen und östlichen Nordamerika vor. Daher kommt auch die erste Anwendung dieser Pflanzenart: Bereits die Indianer Nordamerikas sollen Echinacea als Heilmittel gegen Mandelentzündung, Reizhusten und Halsschmerzen verwendet haben. Der Sonnenhut ist also eine schon sehr lange verwendete, bewährte Heilpflanze.
Echinacea findet in vielen Bereichen Anwendung
Heutzutage wird Echinacea in der Medizin bei schlecht heilenden Wunden, zur Stärkung des Immunsystems bei der Behandlung von Atemwegs- und Harnwegsinfekten sowie allgemein Entzündungshemmung und bei Vergiftungen eingesetzt. Es ist ebenfalls bekannt, dass Echinacea bei Hauterkrankungen, wie beispielsweise bei Hautpilz an den Zehen, helfen kann. Hierzu gibt es zahlreiche Arzneimittel aus der Apotheke, die Echinacea als Wirkstoff beinhalten.
Allerdings ist die Wirksamkeit dieser Heilpflanze unter den Wissenschaftlern bis heute umstritten. Es gibt mehrere Studien zur Wirksamkeit von Echinacea, die auf unterschiedliche Ergebnisse kommen.
Wie nehme ich Echinacea ein?
Bei der Einnahme von Echinacea – um beispielsweise einer Erkältung vorzubeugen – gibt es einige Dinge, die beachtet werden sollten.
Mehrere Studien haben gezeigt, dass die flüssige Form von Echinacea-Extrakt am wirkungsvollsten ist. Dadurch wird auch die unspezifische Immunabwehr des Körpers stimuliert, die sich im Darmtrakt des menschlichen Körpers befindet. Wenn Sie sich also schon eine Erkältung eingefangen haben, sollte Sie Ihren Darm entlasten und Echinacea-Tropfen einnehmen.
Am besten ist es jedoch, bereits vor der Erkältungssaison mit der Einnahme anzufangen. Ist die Erkältung schon weit fortgeschritten, hilft eine einmalige Einnahme von Echinacea nicht mehr und kann unter Umständen sogar das Immunsystem belasten. Also am besten möglichst früh damit anfangen.
Bei Flüssigextrakten wird häufig Alkohol als Komponente beigemischt. Daher sollte während einer Erkältung bei Kindern und auch bei einer Erkältung in der Schwangerschaft auf die Einnahme von Echinacea-Tropfen verzichtet werden. Als Ersatz gibt es auch Präparate in Tablettenform ohne Alkohol.
Die Einnahme von Echinacea sollte eine Dauer von acht Wochen nicht überschreiten. Sie könnten sonst ihr Immunsystem zu sehr belasten. Am sinnvollsten ist es, das Medikament sechs Wochen zu nehmen und dann vier Wochen auszusetzen. Allergiker, die auf Korbblütler allergisch reagieren, sollten auf die Einnahme von Echinacea verzichten.

