Wie erkenne ich eine Kehlkopfentzündung?

Frau mit Kehlkopfentzündung fasst sich an ihren Hals.
Eine Kehlkopfentzündung (Laryngitis) entsteht, wenn die Kehlkopfschleimhaut entzündet ist. Häufige Erreger sind Viren, seltener Bakterien. Im Rahmen einer Erkältung kann eine Kehlkopfentzündung eine häufige Folgeerkrankung darstellen. Lesen Sie jetzt alles zu den Ursachen einer Kehlkopfentzündung und wie Hausmittel Linderung verschaffen können.

Symptome einer Kehlkopfentzündung

Betroffene einer Kehlkopfentzündung klagen über Schmerzen, ein Kratzen oder ein wundes Gefühl im Hals. Zusätzlich kann Heiserkeit oder Fieber (teilweise auch bis zu 40°C) entstehen. Viele Patienten haben zudem Schwierigkeiten beim Sprechen, teilweise bleibt die Stimme komplett weg. Das liegt daran, dass die Kehlkopfentzündung auch die Stimmbänder anschwellen lässt. Die Luft kann dann nicht mehr schwingen, sodass kein Ton mehr erzeugt wird. Erkrankte berichten über einen Kloß im Hals, den sie nicht abhusten können. Hinzu kommt häufig ein quälender Husten, der mitunter auch zu Atemnot führen kann. Dies ist jedoch eher bei Kindern der Fall, die unter dem sogenannten Pseudokrupp leiden, einer Sonderform der Kehlkopfentzündung.

Was passiert bei einer Kehlkopfentzündung?

Um zu verstehen, was bei einem entzündeten Kehlkopf passiert und was wirklich gegen eine Kehlkopfentzündung hilft, hilft ein kurzer Blick auf den Aufbau des Kehlkopfs:

  • Vier Knorpelteile bilden den Kehlkopf, die durch Muskeln und Bänder zusammengehalten werden. Bei manchen Männern kann man einen Teil dieser Knorpel gut sehen – in Form des sogenannten Adamsapfels.
  • Den oberen Teil des Kehlkopfes bildet der Kehldeckel (Epiglottis). Dieser ist dafür zuständig, dass die Luftröhre beim Essen gut verschlossen bleibt.
  • In der Mitte befinden sich die Stimmbänder. Durch die Atmung werden die Stimmbänder unter Spannung gesetzt, sodass ein Ton erzeugt werden kann. Je mehr Spannung, desto höher der Ton.
Mit Ausnahme der Stimmbänder und des Kehldeckels ist der gesamte Kehlkopf von einer schützenden Schleimhaut überzogen. Wenn die Kehlkopfschleimhaut entzündet ist, spricht man von einer Kehlkopfentzündung oder auch Laryngitis.

Die Ursachen einer Kehlkopfentzündung

Die Kehlkopfentzündung tritt oft als Begleiterscheinung einer Virusinfektion oder Entzündung der oberen Atemwege auf. Auch trockene Luft, Rauchen oder durch langes beziehungsweise lautes Sprechen oder Singen überanstrengte Stimmbänder sind typische Auslöser für eine Laryngitis. Ebenso können Menschen, die übermäßig Schadstoffe oder Abgase einatmen, eine Kehlkopfentzündung entwickeln. Bei dauerhafter Reizung kann die Erkrankung sogar chronisch werden.

Was hilft wirklich bei einer Kehlkopfentzündung?

Eine Kehlkopfentzündung erkennt der Arzt an den typischen Rötungen und der Schwellung im Hals. Da der Kehlkopf etwas tiefer im Hals liegt, wird während der Untersuchung unter Umständen ein kleiner Spiegel in den Rachen eingeführt. Alternativ verwendet der Arzt auch ein flexibles Endoskop. In besonderen Fällen kann eine Kehlkopfspiegelung notwendig werden, die unter Narkose im Krankenhaus durchgeführt wird. Dabei können auch Gewebeproben entnommen werden.

Eine positive Nachricht auf die Frage „Was hilft wirklich bei Kehlkopfentzündung“: Eine akute Kehlkopfentzündung heilt in der Regel von alleine aus. Wichtig ist allerdings, die Stimme unbedingt zu schonen, damit sich die Stimmbänder ausreichend erholen können. Sollten Sie allerdings

  • grünes oder gar blutiges Sekret abhusten,
  • hohes Fieber haben und
  • unter starker Atemnot leiden, ist ein Arztbesuch in jedem Fall angezeigt.
Tritt akute Atemnot auf, weil der Kehlkopf stark angeschwollen ist, kann die Gabe von Kortison notwendig werden. Bei einem Krankenhausaufenthalt werden die Patienten noch zusätzlich mit Sauerstoff versorgt. Halten die Symptome länger als zwei Wochen an, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen, da der Kehlkopfkrebs ähnliche Symptome zeigt wie die Kehlkopfentzündung.

Hausmittel bei einer unkomplizierten Kehlkopfentzündung?

In der Regel heilt eine Kehlkopfentzündung von selbst uns spricht gut auf Hausmittel an. Es gibt einige Mittel, die die Beschwerden lindern:

  • Stimmschonung ist bei einer Kehlkopfentzündung vorrangig. Wenn möglich, sollten Sie ganz aufs Sprechen verzichten.
  • Flüstern sollte vermieden werden, denn das reizt die Stimme nur noch mehr.
  • Dampf-Inhalationen mit ätherischen Ölen oder Salzwasser erweisen sich als sehr wohltuend.
Gurgeln hingegen bringt keine Linderung bei einer Kehlkopfentzündung. Hausmittel wie Lutschpastillen können die Heiserkeit und Halsschmerzen verbessern. Des Weiteren sollte der Erkrankte auf jegliche reizende Stoffe für die Stimme verzichten, also sich keinem Zigarettenrauch aussetzen und die Atemluft nicht zu trocken halten. Regelmäßiges Lüften befeuchtet die Luft und tut Hals und Rachen gut. Raucher sollten im Fall einer Kehlkopfentzündung auf ihr Laster verzichten.

Sonderfälle einer Kehlkopfentzündung

Eine Sonderform ist die Kehldeckelentzündung (Epiglottitis) – ein lebensbedrohlicher Notfall. Sie wird meist durch ein Bakterium verursacht und macht sich als schwere Rachenentzündung mit stark verengten Luftwegen bemerkbar. Patienten klagen über

  • sehr starke Schmerzen im Hals,
  • Atemnot und
  • heftige Schluckbeschwerden.
Die Epiglottitis wird außerdem oft von Fieber begleitet. Da besonders häufig Klein- und Schulkinder betroffen sind, zählt die Entzündung zu den Kinderkrankheiten. Bei der Kehldeckelentzündung handelt es sich um einen Notfall, weil der Kehlkopfeingang bei Fortschreiten der Erkrankung zuschwellen kann. Dann kann es schnell zu Erstickungsanfällen kommen. Die Epiglottitis wird mit Antibiotika behandelt. Nicht selten ist ein Krankenhausaufenthalt erforderlich. Dank der Impfung gegen das auslösende Bakterium Haemophilus influenzae Typ B ist die Kehldeckelentzündung jedoch heute sehr selten.

Eine weitere Sonderform einer Kehlkopfentzündung ist der Pseudokrupp. Pseudokrupp entsteht meist, wenn bereits eine Erkältung mit Husten und unter Umständen leichtem Fieber vorangegangen ist. Die Kinder entwickeln recht plötzlich abends oder in der ersten Nachthälfte einen trockenen, bellenden Husten, der von Atemnot begleitet wird. Kinder geraten dann leicht in Panik, was zu einem Erstickungsanfall führen kann. Es ist daher wichtig, die kleinen Patienten zu beruhigen. Oft helfen bereits frische Luft und das Anfeuchten von Luft, die Symptome zu lindern.

Beide Sonderformen der Kehlkopfentzündung führen zu starken Schmerzen und sind ernstzunehmende Erkrankungen. Bei einer schweren Atemnot muss dringend ein Notarzt gerufen werden. Signale hierfür sind das Einziehen der Haut zwischen den Rippen, bebende Nasenflügel, ein starkes Pfeifen beim Atmen und blass-bläuliche Hautverfärbungen.
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