Richtig Gurgeln bei Halsschmerzen

Gurgeln ist nicht nur Teil der Mundhygiene, sondern kann zudem Halsschmerzen und Schluckbeschwerden spürbar lindern. Dafür benötigen Sie keine speziellen Lösungen. Auch Kräutertees und Salzwasser sind bewährte Hausmittel beim Gurgeln gegen Halsbeschwerden.

Das Gurgeln – wo kommt es her und was bringt es?

Das Gurgeln ist eigentlich eine Methode der Rachenreinigung. Entsprechend leitet sich der Name auch von Gurgulio, dem lateinischen Wort für Schlund oder Luftröhre ab. Durch das Gurgeln mit speziellen Mundspülungen reinigt man den Rachenraum, um unangenehme Gerüche und Bakterien zu beseitigen. Aber auch bei Infektionen der oberen Atemwege wird häufig dazu geraten zu gurgeln, weil es Beschwerden wie Heiserkeit und Halsschmerzen lindern kann.

Halsschmerzen sind in der Regel ein Symptom dafür, dass die Schleimhäute im Rachen ausgetrocknet sind. Die Ursache ist meist eine Virusinfektion wie bei einer Erkältung, aber auch trockene Luft oder eine entzündliche Erkrankung können die Schleimhäute austrocknen. Wichtig ist darum, die Schleimhäute wieder zu befeuchten. Das Gurgeln ist eine entsprechende Maßnahme.

Wie gurgelt man richtig bei Halsschmerzen?

Die meisten Menschen haben mit dem Gurgeln schon als Kind Erfahrung gesammelt. Wer zum ersten Mal gurgelt, verschluckt sich jedoch leicht. Denn es braucht ein wenig Übung, die Flüssigkeit im Rachen zu halten. Außerdem hat mancher beim Gurgeln mit einem Würgereiz zu kämpfen. Sobald man sich an die Methode gewöhnt hat, lässt das jedoch schnell nach. Gehen Sie folgendermaßen vor:

  • Nehmen Sie einen Schluck Flüssigkeit in den Mund und legen den Kopf in den Nacken.
  • Das Wasser fließt in dieser Position automatisch aus dem Mund in den Rachenraum.
  • Damit die Flüssigkeit im Hals bleibt, müssen Sie richtig atmen: Atmen Sie durch die Nase ein und durch den Mund wieder aus.
  • Es entsteht das typische, gurgelnde Geräusch.
  • Um bei Halsschmerzen mit Gurgeln einen lindernden Effekt zu erzielen, sollten Sie die Flüssigkeit möglichst mehrere Minuten im Mund behalten.
  • Am besten senken Sie währenddessen die Schultern und heben den Brustkorb an. In dieser Körperhaltung fällt das Gurgeln leichter und es kommt seltener zu Verspannungen im Nacken.
Gurgeln führt bei Halsschmerzen meist schnell zu einer deutlichen Linderung. Die Wirkung ist jedoch eher kurzfristig, sodass das Gurgeln mehrmals täglich wiederholt werden sollte.

Halsschmerzen ade: Gurgeln mit Salzwasser

Das Gurgeln mit Salzwasser ist bei Halsschmerzen recht effektiv. Das Salz desinfiziert den Rachenraum und sorgt gleichzeitig dafür, dass die Schleimhäute wieder abschwellen. Dafür lösen Sie einen Teelöffel Salz in einem Glas warmem Wasser (ca. 250 ml) auf. Sie können entweder grobes Meersalz verwenden oder schlicht Kochsalz. In der Apotheke gibt es außerdem Emser Salz, das ebenfalls zum Gurgeln geeignet ist. Wenn sich das Salz aufgelöst hat, nehmen Sie nach und nach einen Schluck aus dem Glas und gurgeln damit etwa fünf Minuten lang.

Die Kraft des Salbeis nutzen

Salbei ist bei Halsschmerzen, Husten und Heiserkeit ein besonders wirkungsvolles Kraut. Salbei enthält spezielle ätherische Öle, die antibakteriell wirken. Außerdem strotzt das Kraut vor Gerbstoffen und Flavonoiden, die entzündungshemmend und gleichzeitig krampflösend sind. Das Gurgeln mit Salbeitee befeuchtet nicht nur die Schleimhäute, sondern nimmt auch den Hustenreiz und bekämpft die Entzündung im Hals.

Zum Gurgeln nehmen Sie am besten gut durchgezogenen Salbeitee. Dafür können auch frische Salbeiblätter mit heißem Wasser aufgegossen werden; für einen Liter Salbeitee brauchen Sie drei Esslöffel Salbeiblätter. Lassen Sie den Tee mindestens fünf Minuten ziehen. Für das Gurgeln reicht selbstverständlich auch eine Tasse aus. Da Salbei bei Erkältungskrankheiten jedoch ein zuverlässiges Hausmittel ist, können Sie den Rest des Tees auch trinken.

Thymian als Gurgellösung

Thymian hat einen sehr intensiven Geschmack. Als Tee ist er darum nicht sehr beliebt. Bei Halsschmerzen ist das Kraut zum Gurgeln jedoch gut geeignet. Ebenso wie Salbei ist Thymian

  • antibakteriell,
  • entzündungshemmend und
  • krampflösend.
Darüber hinaus wirkt Thymian schleimlösend. Ein weiterer Vorteil: Das Kraut aktiviert die Flimmerhärchen im Rachenraum. Diese transportieren unerwünschte Schmutzpartikel, Schleim oder Keime aus den Bronchien und der Lunge ab. Darum ist Thymian bei einer Bronchitis oder einem Katarrh (Entzündung der Schleimhäute) der oberen Luftwege sehr effektiv. Lassen Sie Thymiantee vor dem Gurgeln eine Viertelstunde ziehen.

Frischer Zitronensaft bei Halsschmerzen

Manche Menschen schwören bei Halsschmerzen auf das Gurgeln mit frisch gepresstem Zitronensaft. Ähnlich wie Salzwasser desinfiziert die Zitrone den Rachenraum und reduziert so die Anzahl der Keime. Gleichzeitig wird durch das Gurgeln mit der Säure der Hals leicht betäubt. Die Halsschmerzen sind dadurch zunächst weniger spürbar. Wenn der Hals durch häufiges Husten oder generell durch die Entzündung stark gereizt ist, kann das Gurgeln mit Zitronensäure jedoch schmerzhaft sein.