Halsschmerzen in Schwangerschaft und Stillzeit

In Schwangerschaft und Stillzeit ist bei Medikamenten Vorsicht geboten. Selbst pflanzliche Mittel sind nicht immer geeignet. Einige ausgewählte Präparate, homöopathische Wirkstoffe und bewährte Hausmittel helfen jedoch, Halsschmerzen gefahrlos zu lindern.

Wie wirken Medikamente auf das Baby?

Während der Schwangerschaft wird das Baby über die sogenannte Plazenta versorgt. Dieses Organ entwickelt sich in der Gebärmutter zu Beginn der Schwangerschaft und wird als Nachgeburt abgestoßen, kurz nachdem das Baby zur Welt gekommen ist. Die Plazenta ist eine Art Schutzwall für das Baby, um es vor Giften aus dem Blutkreislauf der Mutter zu bewahren.

Gut zu wissen: Die Durchlässigkeit der Plazenta

Heute weiß man: Die Plazenta ist nicht nur ein Schutzwall, sie ist auch durchlässig für fast alle chemischen Wirkstoffe. Behandelt man eine werdende Mutter medikamentös, behandelt man das Baby mit – selbst bei harmlosen Halsschmerzen.
Medikamente wirken auf das ungeborene Baby ganz anders als auf einen Erwachsenen. Schließlich steckt der Embryo noch in der Entwicklung. Je nach Wirkstoff und Entwicklungsstadium kann die Einnahme eines Medikamentes sogar schädlich sein. Prinzipiell ist das Risiko, dem Embryo zu schaden, in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten am größten. In dieser Zeit ist die Schwangerschaft noch instabil und bei dem Ungeborenen werden wichtige Organe und Nerven ausgebildet. Äußere Einflüsse wirken sich darum deutlich stärker aus als in der Spätschwangerschaft, wenn das Baby im Grunde nur noch wächst.

Medikamente gegen Halsschmerzen in der Schwangerschaft

Im überwiegenden Fall sind Halsschmerzen auf Virusinfektionen zurückzuführen. Selbst wenn keine Schwangerschaft besteht, können Wirkstoffe aus der Apotheke daher nur bedingt wirken. Denn: Viren reagieren nicht auf Antibiotika. Diese wirken nur gegen Bakterien. In der Regel werden zur Behandlung von Halsschmerzen Lokalanästhetika verwendet, die den Rachenraum leicht betäuben und damit den Schmerz zeitweise ausschalten. Aber: In der Schwangerschaft sind nicht alle Lokalanästhetika geeignet. Selbst bei freiverkäuflichen Medikamenten ist darum Vorsicht geboten. Bei sehr starken Halsschmerzen können schwangere Frauen im Ausnahmefall auf das Schmerzmittel Paracetamol zurückgreifen.

Liegt eine bakterielle Infektion vor, hat der der Arzt die Möglichkeit, gegen die Halsschmerzen ein Antibiotikum zu verschreiben. Ausgewählte Präparate können auch in der Schwangerschaft eingesetzt werden.

Kraft der Homöopathie in der Schwangerschaft

Viele Frauen erzielen in der Schwangerschaft mit homöopathischen Mitteln gute Ergebnisse. Die Homöopathie bietet bei Halsschmerzen eine große Auswahl an Präparaten, die je nach Krankheitsverlauf sehr wirkungsvoll sind, darunter Belladonna, Phytolacca und Lycopodium.
Schwangere Frauen sollten sich jedoch vor jeder Medikamenteneinnahme von ihrem Arzt oder Apotheker beraten lassen, welche Präparate und pflanzlichen Wirkstoffe bei Halsschmerzen gefahrlos eingenommen werden können.

Salbei bei Halsschmerzen in Schwangerschaft und Stillzeit?

Schwangere Frauen und stillende Mütter können auf viele bewährte Hausmittel zurückgreifen, die bei Halsschmerzen sehr gut helfen. Der Klassiker bei Halsschmerzen ist Salbeitee, hierauf sollte in Schwangerschaft und Stillzeit jedoch verzichtet werden. Denn in der Schwangerschaft kann Salbeitee zu Kontraktionen der Gebärmutter und damit zu frühzeitigen Wehen führen. In der Stillzeit wird durch Salbeitee der Milchfluss gehemmt, sodass es ungewollt zu einer reduzierten Milchproduktion kommen kann.

Gurgeln & Co.: Weitere Hausmittel gegen Halsschmerzen

Allerdings kann mit Salbei bedenkenlos gegurgelt werden. Das Gurgeln befeuchtet die Schleimhäute und desinfiziert gleichzeitig. Auch das Gurgeln mit einer Salzlösung kann selbst starke Halsschmerzen sehr schnell lindern. Halswickel und Bettruhe wirken bei Halsschmerzen ebenfalls reizlindernd. Bei Halsschmerzen sollte man außerdem darauf achten, viel zu trinken und die Luft zu befeuchten. Die gereizten Schleimhäute brauchen dringend Feuchtigkeit, um die Entzündung erfolgreich zu bekämpfen.

Leidet eine stillende Mutter unter einer Atemwegsinfektion oder Erkältung mit Halsschmerzen, muss sie das Stillen in der Regel nicht unterbrechen. Allerdings sollte auf enges Schmusen mit dem Baby verzichtet werden, um eine Ansteckung zu vermeiden.