Halsschmerzen bei Kleinkindern behandeln

Wenn Kleinkinder Halsschmerzen haben, kann eine harmlose Virusinfektion wie eine Erkältung dahinterstecken – oder eine ernst zu nehmende Kinderkrankheit. In beiden Fällen können die Halsschmerzen mit verschiedenen Medikamenten und Hausmitteln behandelt werden.

Was steckt dahinter, wenn Kleinkinder an Halsschmerzen leiden?

Kinder sind vor grippalen Infekten und Entzündungen im Rachenraum keineswegs gefeit. Besonders wenn sie in der Kindertagesstätte oder im Kindergarten häufig mit anderen Kindern zusammenkommen, stecken sie sich schnell mit Krankheiten an. Halsschmerzen sind oft der Vorbote einer Atemwegsinfektion, also einer Erkältung und entstehen durch trockene oder kalte Schleimhäute. Die Halsschmerzen im Rahmen einer Erkältung sind zwar unangenehm, klingen aber bereits nach wenigen Tagen mit dem Ausheilen der Grunderkrankung wieder ab.

Hilfe bei Halsschmerzen aus der Apotheke

In der Apotheke gibt es eine Bandbreite an Medikamenten, die gut gegen Halsschmerzen wirken. Allerdings sind nicht alle für Kleinkinder geeignet. Mit Kombinationspräparaten, die den Schmerz nehmen und gleichzeitig antiseptisch wirken, also die Keime bekämpfen, werden sehr gute Ergebnisse erzielt. Auch Lokalanästhetika werden häufig eingesetzt, weil sie den Rachenraum leicht betäuben. Beide genannten Medikamente sind jedoch meist erst ab sechs Jahren empfohlen. Manche Hersteller haben sanftere Versionen speziell für Kleinkinder entwickelt. Der Kinderarzt oder der Apotheker kann hierzu gut beraten.

Was noch hilft

Bei Halsschmerzen ist es zentral, die Schleimhäute im Rachenraum feucht zu halten. Darum sollten auch Kleinkinder möglichst viel trinken. Kräutertees aus Salbei oder Thymian sind dazu besonders gut geeignet, weil sie zusätzlich beruhigend wirken und desinfizieren. Mit einem Löffel Honig kann man Kleinkindern den Kräutertee etwas schmackhafter machen. Der positive Nebeneffekt: Der Honig legt sich wie ein Schutzfilm über die Schleimhäute und nimmt bei Husten den Reiz.

Lutschpastillen sind eine weitere Möglichkeit, die Schleimhäute zu befeuchten. Bei Kleinkindern sind zuckerfreie Bonbons zu bevorzugen, um Karies zu vermeiden. Auch sollte man Pastillen nur Kindern geben, die bereits etwas geübt darin sind, Bonbons zu lutschen. Bei sehr kleinen Kindern besteht die Gefahr, dass sie sich verschlucken.

Zusätzlich ist es wichtig, darauf zu achten, dass die Raumluft nicht austrocknet. Feuchte Handtücher über der Heizung oder ein Schale Wasser sorgen dafür, dass die trockene Luft leicht befeuchtet wird.

Weitere Hausmittel für Kleinkinder mit Halsschmerzen

Halswickel sind für Kinder ab zwei Jahren eine gute Wahl. Sie können warm oder kalt angelegt werden und sorgen bei vielen Kleinkindern für spürbare Linderung. Kartoffeln, Quark oder Zwiebel im Wickel verstärken den Effekt. Grundsätzlich sollten Kleinkinder bei Halsschmerzen auch im Haus einen Schal tragen, damit der Hals warm gehalten wird.

Unser Tipp: Quarkwickel bei Kleinkindern

Erwärmen Sie 50 Gramm Magerquark auf Zimmertemperatur und streichen diesen dann circa einen Zentimeter dick auf eine Mullbinde oder ein dünnes Tuch. Legen Sie dem Kind den Wickel so auf den Hals, dass sich eine Lage Tuch zwischen Quark und Hals befindet. Darüber kann optional Heilwolle gelegt werden, anschließend wickeln Sie ein Wolltuch oder einen Schal herum und fixieren alles. Der Halswickel mit Quark sollte circa zwei bis drei Stunden angewandt werden.
Das Gurgeln steht bei vielen Kindern nicht hoch im Kurs. Falls das Kind schon alt genug ist, um zu gurgeln, ist es dennoch einen Versuch wert. Besonders durch das Gurgeln mit Salbeitee oder einer Kochsalzlösung können bei Halsschmerzen gute Ergebnisse erzielt werden.

Wann muss mein Kleinkind mit Halsschmerzen zum Arzt?

Der Gang zum Arzt ist bei Kleinkindern ratsam, da Halsschmerzen auch ein Anzeichen für eine andere Krankheit sein können. Beispielsweise gehen folgende (Kinder-)Krankheiten mit dem typischen Kratzen im Hals einher:

  • Scharlach
  • Mumps
  • Pseudokrupp
  • Mandelentzündung
  • Pfeiffer’sches Drüsenfieber

Insbesondere, wenn das Kind nicht nur Halsschmerzen hat, sondern noch weitere Symptome hinzukommen, sollte man ärztlichen Rat suchen. Bei folgendem Krankheitsverlauf geht man besser zum Kinderarzt:

  • Halsschmerzen, die über mehrere Tage nicht besser werden
  • plötzlich auftretende, sehr starke Halsschmerzen
  • Atemnot
  • Fieber
  • starke Schluckbeschwerden
Bei plötzlichen Schluckbeschwerden oder sehr starken Halsschmerzen kann es durchaus sein, dass ein Kleinkind sich verschluckt hat. Gegebenenfalls steckt ein Fremdkörper im Hals fest. Tritt akute Atemnot auf, sollte umgehend ein Notarzt gerufen werden.