Sommergrippe – Symptome, Dauer und Behandlung

Die Sonne lockt nach draußen und der gemeinsame Grillabend ist schon geplant. Alles gut und schön, wäre da nicht dieses Kratzen im Hals, die laufende Nase und ein Gefühl der Abgeschlagenheit, das so gar nicht zu dem fröhlichen Sonnenscheinwetter passen will. Eine Erkältung im Sommer, die umgangssprachlich als „Sommergrippe“ bezeichnet wird, erwischt uns oft gerade dann, wenn wir es so gar nicht gebrauchen können. Was sind typische Symptome bei einer Sommergrippe?

Symptome bei einer Sommergrippe

Die Symptome der Sommergrippe ähneln denen einer normalen Erkältung im Winter. Viele Betroffene leiden an

  • einem Kratzen im Hals,
  • Abgeschlagenheit und Müdigkeit,
  • einer laufenden oder verstopften Nase,
  • Husten,
  • Kopf- und Gliederschmerzen sowie
  • gelegentlich leichtem Fieber (bis 38 Grad Celsius).
Des Weiteren können bei einer Sommergrippe noch Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit oder Erbrechen hinzukommen.

Die Dauer der Sommergrippe unterscheidet sich im Wesentlichen nicht von einer Erkältung im Winter. Etwa drei bis vier Tage nach der Ansteckung mit den Erkältungsviren machen sich die ersten Symptome bemerkbar. Nach spätestens einer Woche ist die Erkältung in der Regel ausgestanden.

Wichtig: Dauert die Sommergrippe länger als eine Woche oder haben Sie Fieber über 39 Grad Celsius, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen!

Erkältung im Sommer: Was sind die Ursachen?

Bei einer Erkältung denkt man unwillkürlich an die kalte Jahreszeit. Aber auch im Sommer leiden viele Menschen an Schnupfen und Husten. Warum ist das so?

Obwohl umgangssprachlich oft von einer Sommergrippe die Rede ist, handelt es sich genau genommen nicht um eine Grippe (Influenza), sondern um eine Erkältung (grippaler Infekt). Von einer normalen Grippe sprechen Mediziner, wenn sogenannte Influenzaviren die Auslöser der Erkrankung sind. Sie sind bei einer Sommergrippe jedoch meist nicht im Spiel.

Mit Beginn der warmen Jahreszeit sind verschiedene Enteroviren vermehrt unterwegs. Zu den häufigsten dieser Virenart gehören

  • Coxsackie-Viren,
  • ECHO-Viren und
  • Parechoviren.
Enteroviren sind sehr resistent und an hohe Temperaturen gut angepasst. Bei Badewetter haben deshalb nicht nur die Freibäder, sondern auch Enteroviren Hochsaison. Rhino- und Adenoviren kommen ebenfalls als Auslöser einer Sommergrippe infrage; in warm-feuchter Luft können die Viren tagelang überleben.

Die Übertragung der Krankheitserreger erfolgt sowohl über Tröpfcheninfektion, wenn Keime beispielsweise beim Niesen oder Husten in die Luft gelangen, als auch durch Schmierinfektion beim Anfassen von kontaminierten Gegenständen wie Türklinken.

Klimaanlagen und Freibäder – gute Voraussetzungen für Viren

Hinzu kommen im Sommer weitere Umstände, die den Erkältungsviren entgegenkommen:

  • Starke Temperaturschwankungen im Sommer bedeuten für den Körper Stress und überfordern hin und wieder das Immunsystem. Ein geschwächtes Immunsystem kann Viren nicht so erfolgreich abwehren.
  • Um die Hitze im Sommer erträglicher zu machen, laufen oft Klimaanlagen oder das Autofenster wird während der Fahrt weit geöffnet. Dadurch trocknen jedoch die Schleimhäute aus, die ihre Schutzfunktion so nicht mehr ausreichend erfüllen können.
  • Das schöne Wetter lockt im Sommer mehr Menschen nach draußen. Gerade im Freibad oder bei Open-Air-Konzerten, bei denen viele Menschen auf engem Raum versammelt sind, ist die Ansteckungsgefahr besonders groß.


Tipp: Das Auskühlen nach dem Schwimmen im See oder Freibad begünstigt die Anfälligkeit für Viren. Die Verdunstung kühlt den Körper aus, wodurch die Durchblutung der Nasenschleimhäute gedrosselt und das Risiko einer Erkältung im Sommer erhöht wird. Deshalb sollten Sie Ihre nassen Badesachen nach dem Schwimmen gleich wechseln und nach Möglichkeit Ihre Haare föhnen.

Sommergrippe vorbeugen und behandeln: Die besten Tipps

Es gibt einige vorbeugende Maßnahmen, um eine Ansteckung mit Erkältungsviren zu vermeiden. Mit diesen Tipps sind Sie vor der Sommergrippe gewappnet:

  • Stellen Sie Ihre Klimaanlage im Auto nicht zu kalt ein. Die Differenz zwischen Außen- und Innentemperatur sollte maximal 6 Grad Celsius betragen.
  • Vermeiden Sie direkten Luftzug.
  • Nehmen Sie stets eine Jacke mit, damit Sie nicht frieren müssen, wenn die Temperaturen abends sinken.
  • Achten Sie darauf, im Sommer genügend zu trinken (mindestens zwei Liter pro Tag).
  • Waschen Sie regelmäßig und gründlich Ihre Hände, um eine Ansteckung zu vermeiden.
  • Halten Sie Ihr Immunsystem mit regelmäßigem Sport und vitaminreichem Essen fit.
Hat es Sie trotzdem erwischt, ist es wichtig, dass Sie sich vor allem Ruhe gönnen und die nächsten Tage schonen – auch wenn Sie bei dem schönen Wetter anderes geplant hatten. Wenn Sie sich warmhalten und viel trinken, heilt die Sommererkältung meist von ganz alleine wieder aus. Zusätzlich können einige Hausmittel für das Abklingen von Erkältungssymptomen förderlich sein. Kamillen- und Salbeitees lindern beispielsweise Schmerzen in Hals und Rachen und wirken entzündungshemmend. Ebenso gilt Ingwer als Wundermittel bei Erkältungen. Frisch oder als Tee stärken die Inhaltsstoffe der Knolle das Immunsystem und helfen gegen Beschwerden der Sommergrippe.

Zudem gibt es in der Apotheke diverse Mittel, die Erkältungssymptome bekämpfen. Bei starkem Reizhusten können beispielsweise Hustenlöser, Lutschtabletten oder Erkältungstees helfen. Abschwellende Nasensprays erleichtern das Durchatmen bei einer verstopften Nase, dürfen jedoch nicht über längere Zeit verwendet werden, um Schäden an der Nasenschleimhaut zu vermeiden. Lassen Sie sich diesbezüglich von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten, was in Ihrem Fall am besten geeignet ist.