Grippe oder Erkältung – Was ist der Unterschied?

Frau schneuzt sich - Grippe oder Erkältung?
Im allgemeinen Sprachgebrauch werden Erkältung (auch grippaler Infekt genannt) und Grippe häufig verwechselt. Viele Erkrankte sprechen von einer Grippe, auch wenn sie eigentlich eine leichte Erkältung haben. Dabei unterscheiden sich nicht nur die beiden Krankheitsbilder deutlich voneinander, auch die Virentypen sind bei einer Erkältung und der echten Grippe nicht dieselben. Woran Sie den Unterschied zwischen Grippe und Erkältung erkennen, erfahren Sie hier!

Grippe ist langwieriger als ein grippaler Infekt

Zugegeben: Nicht nur wegen der Begrifflichkeiten, sondern auch aufgrund der Symptome sind Grippe (Influenza) und grippaler Infekt, wie die Erkältung vom Arzt gleichfalls bezeichnet wird, nicht immer leicht zu unterscheiden. Selbst erfahrene Ärzte tun sich manchmal schwer, die richtige Diagnose zu stellen, weil die Symptome sich zum Teil stark ähneln. Es gibt jedoch einige Unterschiede im Krankheitsbeginn, den Symptomen sowie der Dauer der Erkrankung, die darauf hinweisen, ob es sich um eine Grippe oder einen grippalen Infekt handelt:

1. Krankheitsbeginn

Eine Grippe kommt meist ganz plötzlich – wie aus dem Nichts. Innerhalb weniger Stunden bis maximal eines Tages treten hohes Fieber und völlige Ermattung ein. Die Erkältung entsteht hingegen eher schleppend. Sie kündigt sich Tage vorher schon mit Halskratzen und einer laufenden Nase an und benötigt bis zu drei Tage bis sie völlig da ist.

2. Grippe oder grippalen Infekt anhand der Symptome erkennen

Auch bei den Symptomen gibt es Unterschiede zwischen Erkältung und Grippe. Bei einer Erkältung sind vor allem eine laufende Nase, Niesanfälle, Husten und Halsschmerzen typische Symptome, die außerdem dazu führen, dass Betroffene sich müde und schlapp fühlen. Gelegentlich kann bei einer Erkältung leichtes Fieber bis 38 Grad Celsius hinzukommen.

Grippaler Infekt ohne typische Erkältungssymptome möglich

In den meisten Fällen geht eine Erkältung mit Symptomen wie Husten oder Schnupfen einher, theoretisch kann ein grippaler Infekt aber auch ohne diese Symptome verlaufen. In diesem Fall fühlen sich Betroffene sehr abgeschlagen und haben ein erhöhtes Schlafbedürfnis. Da die typischen Symptome fehlen, wird jedoch meist kein grippaler Infekt als Ursache vermutet.

Im Gegensatz zur Erkältung ist die Grippe von einem ausgeprägten Krankheitsgefühl gekennzeichnet. Außerdem können folgende Symptome, die meist schlagartig auftreten, für eine Grippe sprechen:

  • hohes Fieber bis 41 Grad Celsius
  • Schüttelfrost
  • starke Kopf- und Gliederschmerzen
  • trockener, anfallartiger Husten
  • geschwollene Nasenschleimhaut
  • Übelkeit und Erbrechen
  • starke Ermattung und Müdigkeit
Eine Grippe (Influenza) ist in der Regel von einem deutlich stärkeren Krankheitsbild gekennzeichnet als eine Erkältung (grippaler Infekt).

3. Dauer von Erkältung und Grippe

Wie lange fühlen sich Betroffene bei Erkältung oder Grippe krank? Auch bezüglich dieser Frage gibt es einen Unterschied zwischen Grippe und Erkältung. „Eine Erkältung kommt drei Tage, bleibt drei Tage und geht drei Tage“, sagt der Volksmund. Tatsächlich entspricht dieses Sprichwort in etwa dem klassischen Verlauf einer Erkältung. Bei einigen Menschen kann die Dauer von diesem normalen Verlauf abweichen, denn wie lange man sich krank fühlt, hängt von verschiedenen Faktoren ab – zum Beispiel der Art des Erregers oder der gesundheitlichen Verfassung des Patienten.

Bei der Grippe fühlen sich die Patienten hingegen etwa für eine Woche extrem angeschlagen. Die vollständige Erholung kann sich bis zu zwei Wochen lang hinziehen.

Unterschiedliche Erreger verantwortlich

Sowohl bei der Grippe als auch bei einer Erkältung handelt es sich um eine Virusinfektion, für die jeweils unterschiedliche Erreger verantwortlich sind. Insgesamt kommen bei einer Erkältung mehr als 200 verschiedene Viren infrage. Zu den häufigsten Erkältungsviren zählen die Coronaviren, Adenoviren und Rhinoviren. Die echte Grippe wird hingegen nur durch Influenza-Viren übertragen – aber auch bei diesen Viren gibt es verschiedene Gattungen (Typ A, B und C). Weltweit am häufigsten verbreitet ist Typ A.

Viren sind mikroskopisch kleine Krankheitserreger, die einen Wirt zum Überleben brauchen. Sowohl Erkältungsviren als auch Influenzaviren werden über Schmier- und Tröpfcheninfektion weitergegeben – sie können durch Husten, Niesen, Atmen und Händeschütteln von Mensch zu Mensch übertragen werden. Daher ist es bei diesen Erkrankungen besonders wichtig, auf Hygiene zu achten und den Kontakt mit erkrankten Personen, wenn möglich, zu meiden. Maßnahmen wie häufiges Händewaschen oder regelmäßiges Lüften können einer Ansteckung mitunter vorbeugen.

Grippe oder grippaler Infekt – warum die Unterscheidung wichtig ist

Da eine Grippeinfektion durchaus lebensgefährlich werden kann, ist es notwendig, möglichst schnell feststellen zu lassen, ob es sich um eine Erkältung oder doch um eine Grippe handelt. Vor allem Kinder, Schwangere, Senioren und Menschen mit einer Immunschwäche sind bei einer echten Grippe stark gefährdet. Daher ist es wichtig, die Symptome einer Erkältung und einer Grippe klar voneinander abgrenzen zu können. Eine Erkältung sollte aber ebenfalls nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Im Zweifelsfall gilt: Wer zu einer Risikogruppe gehört, sucht bei starken Symptomen wie hohem Fieber besser einen Arzt auf.

Impfung nur gegen Grippe möglich

Aufgrund der Vielzahl an möglichen Erkältungsviren ist es bisher aussichtslos, einen Impfstoff gegen den grippalen Infekt zu entwickeln. Gegen die Grippe ist hingegen eine saisonale Impfung möglich. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Influenzaimpfung für Personen ab 60 Jahren, Schwangere und chronisch kranke Menschen. Auch für Personen, die aufgrund ihres Berufes einem erhöhten Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind oder selbst als Ansteckungsquelle fungieren könnten (zum Beispiel Pflegepersonal), ist eine Impfung sinnvoll. Die Impfung wird meist vor der Erkältungshochzeit im September oder November verabreicht und ist nach etwa zehn Tagen wirksam. Aufgrund der extremen Wandlungsfähigkeit der Influenzaviren sollte die Impfung jährlich aufgefrischt werden.