Folgeerkrankungen bei Erkältung:
Mehr als Husten und Schnupfen

Bakterien können Folgeerkrankungen bei einer Erkältung auslösen. Wenn das Immunsystem durch eine Erkältung geschwächt ist, ist es möglich, dass dadurch Folgeerkrankungen entstehen. Sie können eher leicht, aber auch schwer ausgeprägt sein und die Krankheitsdauer mitunter erheblich verlängern. Erfahren Sie hier mehr zu den Symptomen und Arten von Folgeerkrankungen.

Symptome von Folgeerkrankungen rechtzeitig erkennen

Eine banale Erkältung muss nicht zwangsläufig in einer schweren Folgeerkrankung enden. Die meisten Erkältungen sind harmlos und nach einer Woche ausgeheilt. Einige Symptome sollten jedoch ernst genommen werden, dazu zählen beispielsweise:

  • eitriger oder blutiger Husten
  • Atembeschwerden sowie rasselnde oder pfeifende Geräusche beim Atmen
  • hohes, langanhaltendes Fieber (ab 39 Grad Celsius)
  • Verlust der Stimme
  • eitrige Entzündungen im Rachen
  • starke Ohrenschmerzen
  • sehr schlechtes Allgemeinbefinden

Stellen die Betroffenen diese oder andere Symptome und Beschwerden als bei einer normalen Erkältung fest, sollten Sie schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen. Schwere Folgeerkrankungen wie die Lungenentzündung oder die Mittelohrentzündung müssen mit Medikamenten behandelt werden, um mögliche Komplikationen zu verhindern. Wer also an einer Erkältung leidet, sollte genau auf seine Beschwerden achten und bei Verschlimmerung der Symptome zu seinem Hausarzt gehen.

Häufige Folgeerkrankungen: Wenn aus der Erkältung eine Bronchitis wird

Hier finden Sie einige der häufigeren Folgeerkrankungen einer Erkältung im Überblick:

Die Lungenentzündung ist wohl die gefürchtetste schwere Folgeerkrankung und betrifft in Deutschland jährlich etwa 800.000 Menschen. Auch die Bronchitis kann, wenn sie nicht richtig auskuriert und dadurch chronisch wird, eine schwere Folgeerkrankung sein. Mittelohrentzündungen können ebenfalls schwere Verläufe nehmen. Bei Kindern ist vor allem der Keuchhusten gefürchtet, der früher eine häufige Todesursache bei Kleinkindern darstellte. Mittlerweile gibt es eine wirkungsvolle Impfung.

Wie kommt es zu Folgeerkrankungen bei einer Erkältung?

Bei einer Erkältung dringen Viren in den Organismus des Menschen ein und vermehren sich mithilfe von Wirtszellen. Ist die Immunabwehr nicht in der Lage, sich gegen die Krankheitserreger zu wehren, kommt es einige Tage später zu den ersten Symptomen wie Husten und Halsschmerzen.

Nun kommt es auf die körperliche Verfassung des Erkrankten und auf dessen Immunsystem an, ob weitere Infektionen hinzukommen – denn ist das Immunsystem durch die Erkältung zusätzlich geschwächt, vermag es gegen weitere eindringende Krankheitserreger nichts mehr auszurichten. Möglich ist dann eine bakterielle oder virale Zweitinfektion, auch Superinfektion genannt. Der Erkrankte muss nun also mit zwei unterschiedlichen Infektionen kämpfen. Die Folgen sind zum Teil schwere Folgeerkrankungen, welche die Krankheitsdauer bei einer Erkältung um einige Wochen verlängern können.

Besonders gefährdet, sich im Verlauf der Erkältung eine Folgeerkrankung einzufangen, sind:

Betroffene sollten bei starken Beschwerden unbedingt einen Arzt aufsuchen, damit er eine geeignete Behandlung einleiten kann.

Superinfektionen mit Bakterien können – im Gegensatz zu einer Infektion mit Viren – mit einem Antibiotikum behandelt werden. Dieses sollte auf jeden Fall so lange eingenommen werden, wie vom Arzt verschrieben – auch wenn die Beschwerden bereits nachgelassen haben. Andernfalls besteht die Gefahr, dass einige Bakterien überleben und unempfindlich gegenüber dem Medikament werden.

Wussten Sie schon?

Zeigt sich im Verlauf einer Erkältung gelblich-grünes Sekret in der Nase, ist das – entgegen der verbreiteten Meinung – kein sicheres Anzeichen für eine bakterielle Infektion. Bei der Färbung spielen vermutlich eher abgestorbene Immunzellen eine Rolle.

Herzmuskelentzündung als Folgeerkrankung einer Erkältung

Eine Herzmuskelentzündung ist eine der häufigsten Komplikation, die im Verlauf einer Erkältung auftreten kann. Meist entsteht sie, weil sich die Erkrankten nicht ausreichend geschont haben. Sport während einer Virusinfektion oder andere anstrengende Tätigkeiten können dazu führen, dass sich die Erreger auf den Herzmuskel ausbreiten und zu einer Herzmuskelentzündung führen.

In sehr vielen Fällen bleibt eine Herzmuskelentzündung als Folgeerkrankung einer Erkältung unerkannt, denn sie geht in der Regel mit sehr allgemeinen Symptomen einher, die auch bei einer normalen Infektion nicht ungewöhnlich sind. Das sind zum Beispiel:

  • Müdigkeit
  • Fieber
  • geringe Leistungsfähigkeit
  • schlechtes Allgemeinbefinden

Kommen jedoch Atemnot, Brustschmerzen oder ein unregelmäßiger Herzschlag hinzu, sollten Betroffene aufmerksam werden und zur Sicherheit einen Arzt aufsuchen. Die Diagnose einer Herzmuskelschwäche ist äußerst relevant, da sie zu einer Herzschwäche oder sogar einem Herzversagen führen kann. In erster Linie ist bei der Behandlung wichtig, dass sich Betroffene schonen, bis die Entzündung abgeheilt ist.